Delegation des Ortsvereins Pfarrkirchen besucht zukunftsweisende Biogasanlage

Umwelt


Landwirt Hans Putz (2.v.l.) erklärt der Delegation des SPD-Ortsvereins Pfarrkirchen seine Biogasanlage.

Postmünster. Strom für etwa 400 Haushalte produziert Hans Putz mit seiner Biogasanlage in Rottenstuben. Ihre Abwärme beheizt zusätzlich eine Reihe benachbarter Anwesen. Wie diese moderne Anlage genau funktioniert – das erklärte der findige Landwirt acht Vertretern des SPD-Ortsvereins Pfarrkirchen bei einem Rundgang.

Im Schnitt fast 20 Cent pro Kilowattstunde erhält Landwirt Hans Putz für den von ihm erzeugten Strom. Für etwa die Hälfte der Einnahmen – nämlich 9,5 Cent pro Kilowattstunde – garantiert der Staat 20 Jahre lang. Die zweite Hälfte stammt von zusätzlichen variablen Zahlungen. Gewährt werden diese Bonusse unter anderem für den Einsatz von nachwachsenden Rohstoffen, im Fachjargon „NaWaRo“ genannt. „Den Rahmen hierfür hatte die rot-grüne Bundesregierung durch das Erneuerbare-Energie-Gesetz (EEG) im Jahr 2000 festgesetzt“, erinnerte Ortsvorsitzender Hans Tahedl. Putz produziert aber nicht nur Strom. Der Landwirt beheizt auch 14 benachbarte Häuser und Höfe mit der Abwärme seiner Anlage. Experten sprechen hierbei von Kraft-Wärme-Kopplung.

Vor 20 Jahren übernahm Hans Putz den über 100 ha großen elterlichen Hof. Damals handelte es sich um einen typischen Rottaler Mischbetrieb. Drei Generationen lebten auf und von dem Hof. Dann verschlechterte sich die Situation der Landwirtschaft von Jahr zu Jahr. „Wachse oder weiche“ – so fasst Putz nicht nur seine damals schwierige Lage zusammen. Schließlich entschloss sich der Landwirt vor fünf Jahren, einen völlig neuen Weg zu gehen. Putz investierte eine Million Euro in eine Biogasanlage – und hat das bis heute nicht bereut. „Jetzt kann ich von meinem Hof wieder ähnlich gut leben wie bei der Übergabe“, so der Landwirt erleichtert. „Und im Vergleich zu manchem Vieh- und Getreidehändler zahlt der Stromkonzern „eon“ pünktlich“, so Putz schmunzelnd über den von ihm eingespeisten Strom. Sein selbst angebautes Getreide – hauptsächlich Mais – „verfüttert“ der Landwirt heute weniger an Schweine, vielmehr an seine Biogasanlage.

„Ein gutes Beispiel ,wie sich Landwirte fortentwickeln können“ – so bezeichnete die Parteispitze um Hans Tahedl, Franziska Wenzl und Herwig Slezak die Biogasanlage in Rottenstuben. Zum Nachahmen empfiehlt Energiebauer Putz seine Biogasanlage übrigens vor allem Landwirten, die ein hohes technisches Verständnis haben sowie streng unternehmerisch denken können.
Herwig Slezak (has)

Zum Bild en detail: Wie seine Biogasanlage funktioniert, erklärte Energiebauer Hans Putz (2. von links) den Mitgliedern des SPD-Ortsvereins Pfarrkirchen, (v.l.) Herwig Slezak, Kurt Vallée, Hansjörg Schiesser, Gotthard Gahlich, Gabi Schanda, Franziska Wenzl, Ortsvorsitzenden Hans Tahedl und Alois Preiß.

 
 

Zitate

Vergesst nie: Der Kopf ist in der Mitte. Wenn es mit dem Kopf nicht klappt, nützen die Flügel nichts.
[Franz Müntefering, 05.11.2005 auf dem Parteitag der SPD Niedersachsen]

 

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